Die weichwarzige Sternschnecke

Weichwarzige Sternschnecke auf bewachsenem Gestein

Weichwarzige Sternschnecke auf bewachsenem Gestein

Deutscher Name: weichwarzige Sternschnecke

Wissenschaftlicher Name: Acanthodoris pilosa

(Müller 1789)

Größe: 3-7 cm

Lebenserwartung: einjährig; Die Lebenserwartungen bei den Nudibranchia variieren sehr stark und hängen von der Spezies und der Temperatur des Meerwassers ab. Polare Arten werden meist wesentlich älter als ihre tropischen Verwandten, da sie auch langsamer wachsen. Meist endet ihre Lebenszeit kurz nach der Fortpflanzung.


Lebensweise: (An dieser Stelle bitte ich alle Nord- und Ostsee-Aquarianer und auch Taucher, mir ihre Beobachtungen zu diesen Tieren zukommen zu lassen.)

Weichwarzige Sternschnecke im Aquarium

Weichwarzige Sternschnecke im Aquarium

Ernährung: die Sternschnecke ist, wie viele andere marine Nacktkiemerschnecken ein Nahrungsspezialist. Sie weidet bevorzugt Moostierchenkolonien (Bryozoa) der Gattungen Alcyonidium (Gallertmoostierchen), Electra und Membranipora ab, welche häufig auf Hartsubstrat wie Muschelschalen oder auf Macroalgen wachsen. Schwämme (Porifera) werden auch als Nahrung akzeptiert. Verwandte Arten, wie Onchidoris bilamellata haben sich auf Seepocken spezialisiert.

Zottige Seerinde

Zottige Seerinde

Fortpflanzung: als simultane Hermaphroditen haben Sternschnecken Anlagen für beide Geschlechter und übergeben bei der Paarung jeweils dem Fortpfanzungspartner ihr Sperma in Form eines Kalzitpfeiles. Ihre Geschlechtsreife wird in der Literatur mit etwa 27 – 30 mm angegeben. In den Monaten von September bis Oktober soll es zu Massenpaarungen in der Nordsee und westlichen Ostsee kommen. Die Eiablage geschieht vor Ort in Form von am Hartsubstrat haftenden, weißen, etwa 5 mm breiten Laichbändern. Aus den Gelegen schlüpfen nach kurzer Zeit pelagische Veliger-Larven, welche sich von Mikroplantkon, wie Diatomeen und Dinoflagellaten ernähren und an Hartsubstrat haften um sich zu einer fertigen Schnecke umzuwandlen.

Vorkommen: benthisch, intertidal und sublittoral bis in Tiefen von 170 Metern in der Norwegischen Rinne.

Verbreitung: Nordwest- und Nordost-Atlantik, als Neozoe im Nordost-Pazifik (Nord-Californien), Nordsee, Westliche Ostsee, Ärmelkanal.

Verwandte oder ähnliche Arten: weiße oder glatte Sternschnecke (Cadlina laevis), braungefleckte Sternschnecke (Onchidoris bilamellata)

Weiterführende Literatur:

  • Haeckel, S. (1952), Zur Ökologie der Molluskenfauna in der westlichen Ostsee. Schriften des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein, Band 26 Heft 1
  • Todd, C. D. et Doyle, R. W. (1981), Reproductive Strategies of Marine Benthic Invertebrates: A Settlement-Timing Hypothesis. Marine Ecology – Progress series, Vol.4, pp. 75-83.