Die Strandgrundel

Adultes Weibchen von Pomatoschistus microps

Deutscher Name: Strandgrundel

Wissenschaftlicher Name: Pomatoschistus microps, (Køyer, 1838)

Größe: bis 7 cm, eher 4 – 6 cm

Lebenserwartung: 21 – 26 Monate in der Natur. / ??? Monate in Aquarienhaltung

Lebensweise: Strandgrundeln sind in seichten Strand- und Wattprielen sehr häufig in großen Gruppen anzutreffen. Dabei bewegen sie sich dicht über dem Sandgrund mit ein bis zwei Schlägen der kräftigen Brustflossen und lassen sich dann wieder zu Boden sinken. Als Bodenfische besitzen sie nur eine verkümmerte Schwimmblase. Ihre Bauchflossen sind saugnapfförmig angeordnet und werden als Stütze oder zum Festhalten eingesetzt. An glatten Flächen wie Aquarienscheiben können sie sich einige Zeit ohne großen Energieaufwand festsaugen. Die Schwanzflosse kommt nur zum Steuern oder bei einer Fluchtreaktion zum Einsatz. Bei der normalen Fortbewegung bleibt sie relativ flach. Erst bei Bodenkontakt werden die Schwanzflosse und die beiden Rückeflossen als Signal für Artgenossen aufgespreizt. In verstärkter Form finden wir dieses Verhalten bei ihren entfernten Verwandten den Schlammspringern der Gattung Periophthalmus wieder.

Die Fische können sich aktiv der Helligkeit und im begrenztem Maße auch farblich mit Hilfe von Chromatophoren dem Untergrund anpassen. Chromatophoren sind sternförmige Pigmentzellen, welche locker verteilt in der Haut sitzen und sich bei Bedarf zusammenziehen (heller werdend) oder entspannen können (dunkler werdend). Auf diese Weise entstehen komplexe Muster auf der Haut des Fisches. Die Farbtöne bei der Strandgrundel schwanken von durchsichtig über sandfarben bis hin zu dunklen Brauntönen.

Ernährung: Als Nahrung wird meist Plankton aufgenommen aber auch Würmer und sogar Kadaver größerer Tiere, wie zum Beispiel Muscheln, Krebse oder Fische werden nicht verschmäht. Im gut eingefahrenen Aquarium jagen sie Copepoden und kleine Gammariden, magern dabei aber auf Dauer ab.

Fortpflanzung: In der Laichzeit von April bis August locken die Männchen, ganz nach Grundel-Manier, ein Weibchen in eine selbstgegrabene flache Höhle, die sie unter einer Muschelschale angelegt haben. Hier findet die Paarung statt und das Weibchen klebt seine birnenförmigen Eier an die Unterseite der Muschel. Danach bewacht das Männchen für ca. eine Woche die Eier bis zum Schlüpfen. Die Larven leben zunächst pelagisch (freischwimmend), haben also eine voll entwickelte Schwimmblase, die sich ab einer Körperlänge von ca. 1 cm zurückbildet. Danach gehen die Larven zum Bodenleben über. Ab einer Körperlänge von etwa 3,5 cm werden die Jungfische geschlechtsreif.

Vorkommen: benthisch (bodenlebend) auf Schlick- und Sandgrund in küstennahen Gewässern in Tiefen bis zu 20 Metern.

Verbreitung: Nordost-Atlantik, Nordsee, Westliche Ostsee, Ärmelkanal, Mittelmeer.

Verwandte: Zum Verwechseln ähnlich und nur im adulten Stadium zu unterscheiden ist die Sandgrundel Pomatoschistus minutus. Sie wird mit bis zu 11 cm etwas größer als die Strandgrundel und ist an dem Abstand der beiden Rückenflossen zu erkennen.