Ratgeber: Die Düne im eigenen Garten© – Liste geschützter Dünenpflanzen

Moin liebe Leserinnen und Leser!

Leseprobe der Liste geschützter Dünenpflanzen

Viele an Strand, Dünen und Salzwiesen endemische Pflanzenarten stehen unter Schutz. Ich habe mir die Mühe gemacht alle in Frage kommenden Arten nach aktuell geltenden Naturschutzgesetzen und Roten Listen in einer Tabelle aufzulisten. Der Grundgedanke hinter der Liste ist, den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass für den Aufbau der eigenen Gartendüne nicht einfach die Natur geplündern werden darf. Genauso wie man keine natürlichen Dünen zwecks Sandabbaus beeinträchtigen darf, ist es natürlich verboten geschützte Pflanzen auszugraben oder nur deren Samen zu ernten. Für beide Probleme biete ich in meinem Buch eine saubere Alternative.

Wie kompliziert es mit den Roten Listen ist, zeigt schon die Problematik, dass es zum einen eine Rote Liste für Deutschland zum anderen aber eine separate Rote Liste für jedes Bundesland gibt. Deren Inhalte unterscheiden sich voneinander. Als sei dies noch nicht verwirrend genug unterteilt sich die Rote Liste Niedersachsens wiederum in drei weitere Rote Listen, wovon hier nur der Teilbereich „Küste“ berücksichtigt wurde.

Bei der Auswahl der aufgelisteten Arten habe ich mich in erster Linie an der Roten Liste für Niedersachsens Küstenbereiche RL (NDS)Kü orientiert, da hier aus meiner Sicht die meiste Dünenflora berücksichtigt wird. Von diesen Daten ausgehend habe ich alle Arten mit den Roten Listen von Deutschland RL (D), Niedersachsen inkl. Bremen RL (NDS)(HB), Wattenmeer/Küstenbereich RL Wa/Kü, Hamburg RL (HH), Schleswig-Holstein RL (SH) und Mecklenburg-Vorpommern RL (MV) abgeglichen. Weiterhin wurde unter Zuhilfenahme der Internet-Datenbank www.wisia.de des Bundesamtes für Naturschutzes der nationale und internationale gesetzliche Schutz in Form des Washingtoner Artenschutz-Abkommens WA, dessen europäische Umsetzung, die EG-Verordnung Nr. 338 / 97 EG, die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie FFH, das Gesetz zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege BNatSchG, BG und die Verordnung zur Neufassung der Bundesartenschutzverordnung und zur Anpassung weiterer Rechtsvorschriften BArtSchV, BV ergänzt. Desweiteren finden Sie in der letzten Spalte der Tabelle die Information ob eine der geschützten Arten im Handel erhältich ist wobei ich mich bei der Recherche immer an den Wildformen orientierte. Zuchtformen werden nicht berücksichtigt. Sie werden feststellen, dass viele der geschützten Pflanzenarten schon im Handel erhältlich sind.

Hier sehen Sie einen vorläufigen Auszug der Liste. Vorläufig deshalb, weil wahrscheinlich noch die eine oder andere Art wegen zu geringer Relevanz wieder entfernt wird und ich noch einige Sortierarbeit vor mir habe. Auch wurden hier nicht nur reine Weißdünenarten aufgelistet, sondern genauso Arten der Salzwiesen und der feuchten Dünentäler. Diese werde ich noch optisch voneinander trennen beziehungsweise ganz entfallen lassen.

Ich überlege diese Liste aufgrund der Datengröße (12 Seiten) nicht mit in das eBook selbst zu geben, es wäre besser diese später als einen seperaten Download auf dieser Seite als Begleitmaterial freizugeben. Das Problem ist, dass bis jetzt Tabellen nicht nativ in ein eBook eingefügt werden können. Diese muss ich Seite für Seite abfotografieren und als Bild in das Buch einfügen. Dies erhöht jedoch beträchtlich die Dateigröße des Buches, soll die Tabelle lesbar bleiben.

 

Zeichenerklärung

 

Standort nach DRACHENFELS (1996) :

BVD = Binsenquecken-Vordüne, SWD = Strandhafer-Weißdüne, SHK = Sanddorn-Holunder-Küstengebüsch, GDG = Graudünen-Grasflur, KDH = Küstendünen-Heide, KGB = Küstendünen-Gebüsch, FDT = Feuchtes Dünental, GFD = Gehölzbestand der feuchten Dünentäler, OSW = Obere Salzwiese, USW = Untere Salzwiese, GRL = Grünland, RHF = Ruderal- und Halbruderalflur, SIE = Siedlungsbereich, GEW = Gewässer, ? = Keine Informationen zum Standort innerhalb des Küstenbereiches

 

Rote Listen:

RL (D) = Rote Liste Deutschland (Korneck et al. 1996)

– = nicht aufgeführt unter den wildwachsenden Sippen, ? = keine Information verfügbar, * = derzeit nicht gefährdet, 3 = gefährdet, 2 = stark gefährdet, 1 = vom Aussterben bedroht, 0 = ausgestorben oder verschollen, R = extrem selten, D = Daten nicht ausreichend, G = Gefährdung anzunehmen

 

Zeichen anderer Listen sofern abweichend von der RL (D):

RL (NDS)(HB) = Rote Liste Niedersachsen/Bremen (Garve et al. 2004)

RL (NDS)Kü = Rote Liste Niedersachsen Region Küste (Garve et al. 2004)

– = nicht vorkommend, u = unbeständiges Vorkommen, V = Vorwarnliste

 

RL Wa/Kü = Rote Liste Wattenmeer und Helgoland (Van der Ende 1995)

P = potenziell gefährdet, * = vorkommend, aber nicht gefährdet, – = nicht vorkommend

 

RL (HH) = Rote Liste Hamburg (Poppendieck et al. 2010)

G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes, nb = nicht bewertet

 

RL (SH) = Rote Liste Schleswig-Holstein Bnd. 1 (Mierwald u. Romahn 2005)

 

RL (MV) = Rote Liste Mecklenburg-Vorpommern (Voigtländer et al. 2005)

 

Gesetzlicher Schutz:

FFH = EG-Richtlinie Fauna-Flora-Habitat 2006/105

II = Anhang II

IV = Anhang IV

 

WA = Washingtoner Artenschutzabkommen

Anhang II

Fußnote #4: „All parts and derivatives, except: a) seeds (including seepods of Orchidaceae), spores and pollen (including pollina). The exemption does not apply to seeds from Cactaceae spp. exported from Mexico, and to seeds from Beccariophoenix and Neodypsis exportet from Madagascar; b) seedling or tissue cultures obtained in vitro, in solid or liquid media, transported in sterile containers; c) cut flowers of artificially propagated plants; d) fruits and parts and derivatives thereof of naturalized or artificially propagated plants of the genus Vanilla (Orichidaceae) and of family Cactaceae; e) sterns, flowers, and parts and derivatives therof of naturalized or artificially propagated plants of the genera Opuntia subgenus Opuntia and Selenicereus (Cactaceae); and f) finished products of Euphorbia antisyphilitica packaged and ready for retail trade.“

Fußnote 7: „Artificially propagated hybrids othe following genera are not subject to the provisions of the Convention, if conditions, as indicated under a) and b), are met : Cymbidium, Dendrobium, Phalaenopsis and Vanda: a) Specimens are readily recognizzable as artificially propagated and do not show any signs of having been collected in the wild such as mechanical damage or strong deyhydration resulting from collection, irreular growth and heterogeneous size and such and shape within a taxon and shipment, algae or other epiphyllous organisms adhering zo leaves, or damage by insects or other pests; and b) i) when shipped in non-flowering state, the specimens must be traded in shipments consisting of individual containers (such as cartons, boxes, crates or individua shelves of CC-containers) each containing 20 or more plants of the same hybrid; the plants within each container must be exhibit a high degree of uniformity and healthiness; and the shipment must be accompanied by documentation, such as an invoice, which clearly states the number of plants of each hybrid; or ii) when shipped in flowering state, with at least on fully open flower per specimen, no minimum number of specimens per shipment is required but specimens must be professionally procesessed for commercial rtail sale, e.g. labelled wtihin printed labels or packaged with printed packages indicating the name of the hybrid and the country of final processing. This should be clearly visible and allow easy verification. Plants not clearly qualifying for the exemption must be accompanied by appropriate CITES documents.“

EG = EG-Verordnung Nr. 338/97

Anhang A

Fußnote [62]: „Diese Verordnung gilt für die folgenden Arten des Anhangs A nicht, sofern es sich um Sämlings- oder Gewebekulturen handelt, welche in-vitro in festem oder flüssigem Medium gewonnen und in sterilen Behältern befördert werden, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die Exemplare der Begriffsbestimmung von „künstlich vermehrt“ in Artikel 56 der Verordnung (EG) Nr.865/2006 entsprechen.“

 

Anhang B

Fußnote #4: „Bezeichnet alle Teile und Erzeugnisse, ausgenommen: a) Samen (einschließlich Samenkapseln von Orchidaceae), Sporen und Pollen (einschließlich Pollinien). Die Ausnahme gilt nicht für Samen von Cactaceae spp., ausgeführt nach Mexiko, und Samen von Beccariophoenix madagascariensis und Neodypsis decaryi, ausgeführt aus Madagaskar, b) In-vitro Sämlings- oder Gewebekulturen in festem oder flüssigem Medium, die in sterilen Behältern befördert werden, c) Schnittblumen von künstlich vermehrte Pflanzen, d) Früchte sowie Teile und Erzeugnisse aus solchen, welche von außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingebürgerten oder künstlich vermehrten Pflanzen der Gattung Vanilla (Orchidaceae) und der Familie Cactaceae stammen, e) Stängel, Blüten sowie Teile und Erzeugnisse aus solchen, welche von außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingebürgerten oder künstlich vermehrten Pflanzen der Gattungen Opuntia, Untergattung Opuntia, und Selenicereus (Cacataceae) stammen, und f) fertige Produkte von Euphorbia antisyphilitica, verpackt und für den Einzelhandel bereit.“

Fußnote (11): „Diese Verordnung gilt nicht für künstlich vermehrte Hybriden der folgenden Gattungen, wenn sie nachstehend unter den Buchstaben a und b angegebenen Bedingungen erfüllt werden; Cymbidium, Dendrobium, Phalaenopsis und Vanda: a) Die Exemplare sind als künstlich vermehr leicht erkennbar und zeigen keinerlei Anzeichen, die auf Ursprung in der freien Natur schließen lassen, wie etwa mechanische Beschädigungen oder starke Dehydrierung durch die Entnahme, ungleichmäßigen Wuchs oder unterschiedliche Größe und Form innerhalb des Taxons und einer Warensendung, Blätter mit Algenbewuchs oder anderen epiphyllen Organismen oder Schädigungen durch Insekten oder andere Schädlinge; und b) i) wenn sie im nichtblühenden Zustand versendet werden, müssen die Exemplare in Warensendungen gehandelt werden, die aus individuellen Verpackungen bestehen (wie etwa Kartons, Schachteln, Kisten oder individuellen Einlegböden von CC-Containern), jede mit 20 oder mehr Pflanzen desselben Hybrids; die Pflanzen innerhalb einer Verpackungseinheit müssen ein hohes Maß einheitlicher Erscheinungsform und Gesundheit zeigen; und die Warensendung muss von Dokumenten wie einer Warenrechnung begleitet werden, aus denen die Zahl der Pflanzen jedes Hybrids deutlich hervorgeht; oder ii) wenn sie im blühenden Zustand versendet werden, also mit mindestens einer voll aufgeblühten Blüte pro Exemplar, ist keine Mindestzahl von Exemplaren je Warensendung erforderlich, aber die Exemplare müssen professionell für den kommerziellen Einzelhandel vorbereitet sein, z.B. mit gedruckten Etiketten gekennzeichnet oder in Verpackungen mit Aufdruck verpackt sein, welche den Namen des Hybrids und das Land, in dem die Pflanze zuletzt bearbeitet wurde, aufweisen. Dies hat leicht sichtbar zu sein und eine einfache Überprüfung zu ermöglichen. Pflanzen, die die Bedingungen für die Ausnahme nicht klar erfüllen, müssen von entsprechen-den CITES-Dokumenten begleitet sein.

 

Anhang D

Fußnote §3: „Getrocknete und frische Pflanzen gegebenenfalls einschließlich Blätter, Wurzeln/Wurzelstöcke, Stämme, Samen/Sporen, Rinde und Früchte.“

 

BArtSchV, BV = Bundesartenschutzverordnung

Anhang 1

Fußnote 7): „Nur heimische Populationen“

Fußnote 8): „Nur wild lebende Populationen.“

Fußnote [21]: „alle heimischen Arten“

Fußnote B35: „Eine oder mehrere Unterarten dieser Art sind streng geschützt.“

 

Im Handel

ja* = laut Liste des slowakischen „Klubs der Pflanzenzüchter“. Auf nationalen und internationalen gesetzlichen Schutz ist trotz vermeintlicher Verfügbarkeit bitte zu achten!!!

 

Allein in der Auswahl und Recherche der Arten steckt eine wochenlange Arbeit. Ich würde mich sehr über Ihre Ideen, Anregungen und Kommentare zu der Liste freuen.

 

Weiterführende Literatur:

    • DRACHENFELS, O. v. (1996): Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen in Niedersachsen. Naturschutz Landschaftspfl. Nieders., Heft 34: 1 – 146, Hannover
    • EGGERS P., HEINE K., NIEDRINGHAUS R. (2008): Die Biotoptypen und Vegetation der Ostfriesischen Inseln. – In: NIEDRINGHAUS, R., HAESELER, V., JANIESCH, P. (Hrsg.): Die Flora und Fauna der Ostfriesischen Inseln. – Schr.R. Nationalpark Nieders. Wattenmeer 11: 9-34, + 10 Karten.
    • ENDE, M. VAN DER (1995): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen des deutschen Wattenmeeres und Helgolands. – Schr.R. Landschaftspflege Naturschutz 44: 51-61.
    • GARVE, E. (2004): Rote Liste und Florenliste der Farn- und Blütenpflanzen in Niedersachsen und Bremen. 5. Fass., Inform.d. Naturschutz Nieders., 24. Jg. Nr. 1: 1 – 76, Hildesheim.
    • Korneck, D., SCHNITTLER, M. & VOLLMER, I. (1996): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta) Deutschlands. – In: Schriftenreihe für Vegetationskunde 28, S. 21-187.
    • METZING D., HEINE K., EGGERS P., KUHBIER H. (2008): Die Farn- und Blütenpflanzen der Ostfriesischen Inseln. Auswertung des historischen und rezenten Artenbestandes als Beitrag zur Biodiversität der Ostfriesischen Inseln. – In: NIEDRINGHAUS, R., HAESELER, V., JANIESCH, P. (Hrsg.): Die Flora und Fauna der Ostfriesischen Inseln. – Schr.R. Nationalpark Nieders. Wattenmeer 11: 35-60.
    • MIERWALD, U. & ROMAHN, K. (2006): Die Farn- und Blütenpflanzen Schleswig-Holsteins – Rote Liste. – Bd. 1, 122 S., Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein, Flintbek.
    • POPPENDIECK H.-H. u. a. (Hg.) (2011). Der Hamburger Pflanzenatlas von A bis Z mit CD-ROM des Kartenteils und der roten Liste – Verlag Dölling und Galitz, München und Hamburg 2011 (Neuauf.)
    • VOIGTLÄNDER, U. & H. HENKER (2005): Rote Liste der gefährdeten Höheren Pflanzen Mecklenburg- Vorpommerns. 5. Fassung, Stand November 2005. Hrsg.: Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin, 59 Seiten